Auch Zugvögel fühlen sich in Bayern wohl

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Hilpoltstein. Vögel singen, Insekten fliegen, die ersten Blumen blühen. Die Auswirkungen der bisher milden Wintertemperaturen waren am Dreikönigswochenende bei der Stunde der Wintervögel sogar direkt zu beobachten. So zählten die Teilnehmer von Bayerns größter wissenschaftlicher Mitmachaktion im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Stare, Hausrotschwänze oder Bachstelzen.

Im Winter zieht es uns in die warme Therme, dasselbe Bedürfnis haben wohl Zugvögel: „Diese Kurzstreckenzieher sind normalerweise darauf angewiesen, den Winter im wärmeren Mittelmeerraum zu verbringen. Nun finden sie aber in der kalten Jahreszeit auch bei uns noch genügend Nahrung und sparen sich deshalb immer häufiger den gefährlichen Flug in den Süden“, erklärt Martina Gehret, Citizen-Science-Beauftragte des Landesbunds in Bayern für Vogelschutz (LBV).

Nach dem Eingang von ungefähr einem Drittel der Meldungen zeichnet sich am Sonntagnachmittag eine gute Gesamtbeteiligung ab. So hatten dem LBV bis dahin knapp 8.500 Bayern über 180.000 Vögel gemeldet. Nach dem Einbruch im Vorjahr ist die Kohlmeise bei einer ersten Zwischenbilanz zurück an der Spitze und der am häufigsten beobachtete Vogel in Bayern. Dahinter liefern sich Feld- und Haussperling ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sorgen macht den Naturschützern jedoch das schwache Abschneiden der Amsel, die hinter der Blaumeise auf den 5. Platz abrutscht.

Noch bis zum 15. Januar können Teilnehmer dem LBV ihre Beobachtungen vom Wochenende schriftlich oder online melden unter www.stunde-der-wintervoegel.de.