Auf den Hund gekommen

neufundländer

BAYREUTH. Ein feuchter Kuß auf die Wange von Regisseur Barrie Kosky und Danny hatte die Rolle. Auch Bingo hat das Herz des Regisseurs schnell erobert und erhält einen Auftritt auf der Festspielbühne. Danny und Bingo sind Neufundländer-Hunde und gehören der Züchterin Iris Mirsberger aus Wannbach bei Pretzfeld.

Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, wird heuer die Neuproduktion „Die Meistersinger von Nürnberg“ für die Bayreuther Festspiele inszenieren. Zur Besetzung gehören auch zwei Neufundländer-Hunde.  Der Auftritt der Tiere auf der Bühne wird kurz sein. Die Hunde kommen mit Michael Volle, in der Rolle des Schusters Hans Sachs, auf die Bühne, erhalten ein Leckerli und werden von einem Diener wieder von der Bühne heruntergeführt.

Eigentlich wurde nur ein Hund gesucht, doch nicht nur Danny sondern auch Bingo haben Regisseur Barrie Kosky schnell von ihrer Bühnentauglichkeit überzeugt. Iris Mirsberger ist eine anerkannte Neufundländer-Züchterin und mit ihren Tieren auf vielen Hundeshows präsent. Auf einer Opernbühne standen die Tiere jedoch noch nie.

Dem Auftritt von Danny und Bingo sieht die Züchterin gelassen entgegen: „Die Hunde sind Show-Rummel gewöhnt.“ Derzeit werden für die kommenden Bayreuther Festspiele jedoch nicht nur tierische Statisten gesucht sondern auch menschliche.

Tiere spielten bei Richard Wagner in den Opern zwar oftmals eine Rolle,  selber hat er einen Hund  jedoch nie auf die Bühne gebracht. Hunde waren lebenslang seine treuesten Begleiter. Niemand kannte den Komponisten besser als Robber, Peps, Pohl und die anderen. „Wir lieben sie so, weil sie nichts an uns auszusetzen haben“, soll Wagner geäußert haben. Der Neufundländer Russ  war Richard Wagners Lieblingshund. Ein treuer Gefährte, ein Tier von seltener Schönheit und kolossaler Größe, das sich zudem noch durch ausnehmende Klugheit und Treue gegenüber seinem Herrn auszeichnete.

Ging er mit Russ im Garten von Wahnfried spazieren, liebkoste er das treue Tier. Kam er mit ihm in seine Stammkneipe, so wusste der Wirt schon, dass er ein Glas Bier, eine Wurst und eine Semmel auf den Tisch zu stellen hatte. Die Wurst und die Hälfte der Semmel bekam Russ, die andere Hälfte der Meister. Russ ist nahe Richard und Cosima Wagner im Garten von Haus Wahnfried bestattet.

 

Statisten gesucht!
Wer Interesse hat, neben internationalen Opernstars als Statist auf der Festspielbühne zu stehen, sollte Kontakt aufnehmen unter statisterie@bayreuther-festspiele.de oder Telefon 0921/7878331.                                                                                                              gmu