Bei der Bayreuther Tafel ist alles ok

Bayreuth-Tafel---Team

BAYREUTH. Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose, Beschäftigte mit niedrigen Löhnen und Rentner sind zunehmend auf kostenlose Lebensmittel angewiesen. Aber auch immer mehr Flüchtlinge versorgen sich bei den Tafeln.

Seit der Aufregung um die Essener Tafel, die vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu aufnimmt, ist die Situation der Tafeln bundesweit zum Thema geworden.
Essener Zustände herrschen bei der Bayreuther Tafel nicht. Der Vertreter im Landesverband und Bayreuther Vorstandsmitglied Peter Ziller sagt: „Ein großer Teil auch unserer Kunden hat ausländische Wurzeln. Russlanddeutsche, Flüchtlinge und Hartz IV-Empfänger mit Migrationshintergrund kaufen bei uns ein. Dieses Klientel macht etwa dreißig Prozent unserer Kundschaft aus“. Die chaotischen Zustände bei der Essener Tafel will Peter Zille nicht analysieren, weil er, wie er sagt, die Hintergründe nicht kennt. Die weitgehend geordneten Verhältnisse im Bayreuther Tafelladen, in der Justus-Liebig-Straße 3 ½, begründet Peter Zille mit dem ganz besonderen Ausgabesystem, bei dem es zwar zu Warteschlangen komme, jedoch das Anstehen und die Warenausgabe geordnet abliefen.

Eine bestimmte Farbe auf dem Einkaufsausweis berechtigt zum wöchentlichen Einkauf an einem der beiden Einkaufstage Mittwoch oder Samstag zu einer bestimmten Zeit. Das sorgt für klare Verhältnisse und lange Warteschlangen werden vermieden. Sollte es tatsächlich zu Rangeleien oder Streit kommen, wird der Einkaufsausweis für eine bestimmte Zeit entzogen, egal welche Nationalität. Die Warenversorgung derzeit sei hervorragend, so das Vorstandsmitglied. Er hofft, dass es auch weiterhin so bleibt und die Lebensmittelhändler nicht knapper kalkulieren.
Im Schnitt versorgt die Bayreuther Tafel 500 Kunden. „Aufgrund der guten Voraussetzungen verfügen wir auch um 18 Uhr noch über Ware im Regal“, sagt Peter Ziller, „keiner geht mit leeren Händen nach Hause“. Vorsitzende der Bayreuther Tafel ist die CSU-Stadträtin Ingrid Heinritzi-Martin.

Ohne zur Verfügung gestellte Lebensmittel, finanzielle Zuwendungen und ehrenamtliche Unterstützung wäre die Tafel-Arbeit nicht möglich. Grundsätzlich nehmen die Tafeln Lebensmittel aus Überproduktionen an, oder solche, die im Laden nicht mehr verkauft werden, vernichtet würden, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können.

gmu

Im Bild v. l. n. r.: Ladenleiter Stefan Kühnlein und die ehrenamtlichen Mitarbeiter Peter Nerad,  Kordula Panitz und Ute Weidner – Foto: Stefan Dörfler