Bio-Tricks für Technik-Freaks

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BAYREUTH. „Natürlich spitze! Bio-Tricks für Technik-Freaks“ lautet der Titel der Abschlussveranstaltung der Bayreuther KinderUni am Mittwoch, 19. Juli, um 17.15 Uhr im Audimax. Die Leitung hat Junior-Professor Dr. Gregor Lang. Im Vorfeld sprachen einige junge Hörer mit dem Referenten.

Marlena: Herr Professor Lang, ist Ihnen im Ausland schon einmal eine gefährliche Spinne begegnet?
Prof. Dr. Lang: Ich saß in Australien auf einer Terrasse bei Freunden. Plötzlich merkte ich, dass sich unter meinem Stuhl drei „Echte Witwen“ befanden, das ist eine giftige Spinnenart, die aber nicht aggressiv ist und einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte.

Linus: Kann man durch Bio-Tricks für Technik Geld verdienen?
Prof. Dr. Lang: An der Uni steht das freie Forschen im Vordergrund, das heißt, unser größtes Ziel ist es, spannende Erkenntnisse zu gewinnen. Ob damit später viel Geld verdient wird, spielt häufig erstmal keine so große Rolle. Haben wir eine sehr gute Idee, wird diese patentiert. Das Patent kann dann von einem Unternehmen käuflich erworben werden, das dann möglicherweise damit sehr viel Geld verdienen kann.

Linus: Gibt es gefährliche Biotricks aus denen man besser keine Technik macht?
Prof. Dr. Lang: In der Natur gibt es einige extreme Gifte, von denen ich besser die Finger lassen würde. Einige davon sind allerdings interessant für die Medizin.

Emma: Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Prof. Dr. Lang: Biologie, Mathe und Sport.

Marlena: Was sind die berühmtesten Biotricks?
Prof. Dr. Lang: Sehr bekannt ist der Lotus-Blüteneffekt mit der wasserabweisenden Oberfläche, der von der Natur abgeschaut wurde. Dabei haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der Selbstreinigungseffekt dieser großen Blätter durch eine ganz spezielle wasserabweisende Mikrostruktur der Oberfläche entsteht. Diese Wirkungsweise wurde dann technisch nachgeahmt und vermarktet. Bemerkenswert ist, dass auch viele andere Pflanzen und verschiedene Tiere diesen Trick nutzen. Natürlich gibt es aber noch unzählige andere Biotricks, wie zum Beispiel Klebestreifen, die wie die Füße eines Geckos haften, oder Schwimmanzüge, die der speziellen Haut von Haien nachgeahmt wurden und einen sehr geringen Widerstand im Wasser haben.

Sarah: Wie groß ist die größte Spinne?
Prof. Dr. Lang: Es gibt in Südamerika sehr große Spinnen, die eine Beinspannlänge von bis zu 30 cm haben.

Sarah: Können Sie ein Beispiel nennen von einer tierischen oder pflanzlichen Fähigkeit, die gerade erforscht wird?
Prof. Dr. Lang: In der Automobilindustrie, wo Energieeffizienz eine große Rolle spielt, interessiert man sich beispielsweise für Strategien, wie
Fische ihren Strömungswider- stand geringhalten. Außerdem sind Pflanzen ein großartiges Vorbild, wenn es um die Kon-struktion leichter, aber trotzdem stabiler Bauteile geht.

Johannes: Fressen Spinnen während sie ein Netz bauen? Und wie oft bauen sie Netze?
Prof. Dr. Lang: Nein, die Spinnen nehmen sich Zeit zum Fressen. Für den Netzbau benötigen sie nur etwa 40 Minuten, das geht ganz schnell.

rs/red

Im Bild hinten v. l.: Marlena, Professor Gregor Lang, Linus. Vorne (v. l.): Inken, Sarah, Johannes, Emma.                    
Foto: red