Bleibt Saalbau Rosenau nach Neuaufbau eine Gaststätte?

Rosenau---Dünkel

BAYREUTH. Nachdem die Kultgaststätte Rosi (Saalbau Rosenau) am 11. Mai diesen Jahres ein Opfer der Flammen wurde, hat die Eigentümerin des Gebäudes, die Bayreuther Bierbrauerei, die künftige Nutzung festgelegt: Nach dem Neuaufbau bleibt die gastronomische Nutzung erhalten.

„Wir führen Gespräche mit den Brauereiverantwortlichen und sind positiv gestimmt“, so Norbert Dünkel von der Rosenau Events AG als Betreiber des Saalbau Rosenau.
Der Vorstand der Bay-reuther Bierbrauerei, Peter Rutzenhöfer, sagt: „Die Rosenau war über Generationen hinweg ein wichtiger Bestandteil des Bayreuther Nachtlebens. Nun müssen wir prüfen, ob ein Wiederaufbau möglich ist. Das hängt von verschiedenen behördlichen Auflagen und Genehmigungen ab“.

Bislang habe man sich noch keine Gedanken gemacht, wie das Grundstück zu verwerten sei, wenn eine Wiederbelebung der Rosenau nicht möglich sein sollte. Zu einer Schadenssumme wollte sich Rutzenhöfer derzeit noch nicht äußern. „Wie durch ein Wunder ist der vordere Gebäudeteil mit der markanten weißen Eingangspforte unversehrt“ so Dünkel, „doch der Saal ist weg und das Raucherzimmer ein Totalschaden“. Derzeit werden die Brandreste auf Schadstoffe überprüft.
Peter Rutzenhöfer: „Der Bauschutt wurde auf städtische Parkplätze gebracht und dort mit Bauzäunen abgeriegelt. In der Zwischenzeit wurde der Schutt vom Gutachter geprüft. Nun kann er abgefahren und ordnungsgemäß entsorgt werden. Im nächsten Schritt wird der Rückbau der nicht mehr erhaltenswerten Gebäudeteile stattfinden. Das wird sicherlich noch in diesem Jahr geschehen“. Pläne, wie das Konzept nach der geplanten Wiedereröffnung aussehen könnte, gibt es noch nicht. „Seit dem 11. Mai finden da fast täglich Gespräche statt,“ erzählt Norbert Dünkel, „derzeit sind wir noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen, und wir sind bei der Schadensbereinigung“.

Die Rosenau Events AG musste in ein Übergangsbüro umziehen und den Großteil der Mitarbeiter entlassen. „Das war hart. Umso mehr haben wir uns darüber gefreut, wie sich die Bayreuther Bürger für ihre Rosi einsetzen. Über diese Anteilnahme sind wir sehr dankbar, denn es zeigt, wie wichtig es ist, die Legende Rosi weiter-leben zu lassen“. Eine Wiedereröffnung ist für die meisten Nachbarn ein Ärgernis. Vorwürfe, die Badstraße sei nach jeder Fete verunreinigt, weist Norbert Dünkel zurück. „Nach jeder Veranstaltung ist es die finale Aufgabe unserer Servicekräfte, zwischen Sinnopoli und Hotel Lohmühle Müll und leere oder zerbrochene Flaschen aufzusammeln“, sagt Dünkel. Mareike Dünkel ergänzt: „Aus unserer Security-Crew wurde eigens für das Hotel Lohmühle eine Person abgestellt, welche die aus der Gaststätte Rosenau kommenden Gäste darauf hinweist, sich ruhig zu verhalten“. Auch Brauereivorstand Peter Rutzenhöfer bezeichnet die Rosenau als ein sehr emotionales Thema: „Wir haben vollstes Verständnis für alle Seiten. Wir können nachvollziehen, dass Nachbarn sich gestört fühlen, aber auch, dass die jungen Menschen und der Pächter sich einen Wiederaufbau wünschen“.

Neben den regelmäßigen Studentenfeten am Donnerstag fanden im Saalbau Rosenau zahlreiche Sonderveranstaltungen statt. Die  Sessionseröffnung der Faschingsgesellschaft Mohrenwäscher wurde dort abgehalten, ebenso wie die alljährliche BTS-Hockeyturnier-Feier, Kleinkunst und Comedy, Tangoturniere und ein Vollmondbasar mit Flohmarkt und Foodtruck. Außerdem wurden die Räumlichkeiten immer wieder  für Hochzeiten und Geburtstage genutzt. „Dies sind alle sehr seriöse Veranstalter, die weder Lärm noch Schmutz auf den Straßen verursachen“, so Mareike Dünkel. „Wenn man in der Innenstadt wohnt, muss man einen gewissen Geräuschpegel akzeptieren“. Der Brand bedeutet nicht nur für Norbert und Mareike Dünkel den Verlust ihrer Einnahmen, sondern es wurde auch ein Lebenstraum zerstört.

Georg Kling und Tobias Spahn stehen ebenfalls vor den Trümmern eines Traums. Mit viel Herzblut und Idealismus hatten die beiden 23-jährigen Bayreuther in der ehemaligen Tapasbar die Kneipe „Zum  Kater“ eröffnet. Der Betrieb dauerte genau fünf Tage, dann kam der Brand. Das Konzept sah vor, eine Stammkneipe für Jung und Alt zu etablieren. „Wir wollten etwas Besonderes schaffen, weg von dem indus-trialisierten Lokalen der Gastro-Ketten“, sagt Georg Kling. „Es war vorgesehen, Basisprodukte  mit hoher Qualität zu verwenden, dennoch sollte  der Preis auch für einen Studenten passen.“

„Die Ausstattung und Deko unseres Lokals haben wir teilweise aus der Mühle der früheren Kreuzbräu zusammengetragen. Alles Unikate“, sagt er, „nun können wir der Versicherung keine Quittungen vorlegen, um den Schaden zu beziffern“.  Da sich die Kneipe im vorderen Gebäudeteil befand, ist der Raum nahezu unversehrt. „Wir haben nur einen Wasserschaden und es riecht streng“, so Georg Kling. Ob und wann es eine Wiedereröffnung gibt, kann der junge Gastronom nicht sagen.  „Die Statik des Gebäudes muss überprüft werden und auch, ob die Leitungen von Gas, Wasser und Strom noch intakt sind“. Die Kneipe an einem anderen Standort neu zu eröffnen, daran hätten er und Tobias Spahn bereits gedacht. Doch das, was man sich angesehen habe, fordere zu hohe Anfangsinvestitionen und auch die Miete sei deutlich teurer. „Die Location Rosi war schon toll“, schwärmt Georg Kling, „da hat alles gepasst“.

gmu

Foto: Munzert (Bild v.l.n.r. Mareike Dünkel, Norbert Dünkel – Rosenau Events AG)