Medizinischer Vortrag: Verschleiß im Kniegelenk – Möglichkeiten der gelenkerhaltenden Therapie und des künstlichen Gelenkersatzes

Mit gesunden Gelenken hält man mit dem Leben Schritt. Aber was, wenn jeder Schritt, jede Bewegung schmerzt? Knorpelverschleiß, eine sogenannte Arthrose, ist vor allem im Alter einer der häufigsten Auslöser für Gelenkbeschwerden.

Gelenke, deren Erkrankungen und entsprechende Therapiealternativen sind das Fachgebiet von Dr. Frank Kopka und Christian M. Benker. Sie leiten das EndoProthetikZentrum der Klinikum Bayreuth GmbH und raten Betroffenen, bei den ersten Anzeichen von Arthrose
einen Arzt aufzusuchen. Wegen der großen Resonanz auf den letzten Termin wiederholen die beiden Orthopäden am kommenden Mittwoch, 18. April, ihren Medizinischen Vortrag und informieren über unterschiedliche Therapiekonzepte bei Arthrose im Knie.

Dr. Frank Kopka, Klinikum 14.02.2018 Christian Benker, Klinikum 14.02.2018

 

Dr. Frank Kopka (links) ist Ärztlicher Leiter des EndoProthetikZentrums der Klinikum Bayreuth GmbH mit den beiden Standorten Klinikum Bayreuth und Klinik Hohe Warte. Christian M. Benker (rechts) leitet den Standort an der Klinik Hohe Warte.

 

 

 

 

 


BTSZ: Wie entsteht Arthrose und kann man sie verhindern?

Christian Benker: Arthrose bezeichnet den Verschleiß des Gelenkknorpels. Daher ist sie überwiegend altersbedingt, zum Teil auch Veranlagung. Begünstigt wird die Entstehung beispielsweise durch Fehlstellungen wie X- oder O-Beine. Aber auch nach einer Gelenkschädigung in Folge eines Unfalls kann sich Arthrose bilden. Verhindern lässt sich dieser Prozess nicht, aber es lohnt sich dennoch, frühzeitig tätig zu werden. Oft kann man ihr Fortschreiten über viele Jahre hinauszögern und jedes schmerzfreie Jahr ist ein Gewinn an Lebensqualität.

BTSZ: Arthrose lässt sich also nicht rückgängig machen?

Christian Benker: Nein. Was einmal kaputt ist, können wir nicht wiederbringen. Allerdings gibt es durchaus Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern oder zu nehmen, ohne gleich das ganze Gelenk zu ersetzen. Viele dieser Alternativen werden wir in unserem Vortrag ausführlich vorstellen. Sie reichen von konservativen Therapiekonzepten mit Schmerz-, Physio- und Sporttherapie, über Beinachsenkorrekturen und Knorpelaufbau, bis hin zum Teilersatz und schließlich dem künstlichen Gelenk.

BTSZ: Es geht bei der Behandlung im EndoProthetikZentrum also nicht primär um den Gelenkersatz?

Dr. Frank Kopka: Nein, absolut nicht. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren hat sich ein Trend zum schnellen Gelenkersatz entwickelt. Dem wollen wir entgegenwirken. Unser Fachgebiet bietet ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten bei Arthrose, das wir voll ausschöpfen. Unsere Aufgabe ist es, für jeden Patienten individuell den richtigen Ansatz zu finden. Denn machen wir uns nichts vor: Auch wenn moderne Hüft- und Knieprothesen sehr gut und langlebig sind, kann keine Prothese in Funktion und Beschaffenheit mit dem natürlichen Gelenk mithalten. Das hat die Natur schon gut gemacht.

BTSZ: Wie sieht der Behandlungsablauf aus?

Christian Benker: Für uns ist es wichtig, den Patienten und seine Beschwerden genau zu kennen. Eine Röntgen- oder CT-Aufnahme verrät viel, aber nicht immer alles Wichtige. Ausschlaggebend ist der Leidensdruck des Patienten: Wann treten die Schmerzen auf? Wie stark sind sie? Wie sehr schränken sie den Patienten ein? All diese Faktoren sind individuell verschieden und müssen in die Therapieentscheidung einfließen. Das erfährt man aber nur im persönlichen Gespräch.

Dr. Frank Kopka: Unser Vorteil ist es, dass wir alles aus einer Hand anbieten können. Das heißt, der Arzt, der die Diagnose stellt, bespricht mit ihm auch die Therapiealternativen, wird bei Bedarf operieren und übernimmt im Anschluss die Nachsorge. Diese Kontinuität im Behandlungsablauf ist für viele Patienten ausschlaggebend, sich bei uns behandeln zu lassen. Das schafft Vertrauen.

BTSZ: Aber auch beim Gelenkersatz ist Prothese nicht gleich Prothese, oder?

Dr. Frank Kopka: Nein, es gibt große Unterschiede. Im Grunde gilt: je individueller die Prothese, desto größer die Zufriedenheit der Patienten. Wir haben großen Erfolg mit Individualprothesen. Sie werden nach einer 3D-Rekonstrukltion des Gelenkes angefertigt. Die Zufriedenheitsrate der Patienten ist mit etwa 80 bis 90 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei einem konventionellen Ersatz.

red