Tolles Museum, wenige gehen hin

Villa-Wahnfried-Museum

BAYREUTH. Weiterhin ist der Rotstift im Betrieb des 2015 neu eröffneten Richard-Wagner-Museums angesetzt. Es gelten immer noch verkürzte Öffnungszeiten und die Stelle für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ist nicht übergangslos neu besetzt.

Die Stelle für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit war zum 30.06.2017 befristet, mangels beruflicher Perspektiven kehrte die zuständige Fachkraft dem RWM bereits Ende April den Rücken.
Nachdem im Januar bekannt wurde, dass die Stelle nicht übergangslos nachbesetzt wird, stellte die Bayreuther Sonntagszeitung eine Anfrage, nach welchen Modalitäten eine Personalsuche erfolgt, und erhielt folgende Auskunft: „Die Stelle für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ist bis 30. Juni 2017 befristet. Mit Ablauf der Frist endet das Arbeitsverhältnis automatisch. Stiftungsvorstand und Stiftungsrat haben sich Mitte November 2016 mit der Thematik befasst. Selbstverständlich gehört zu den Aufgaben eines so bedeutenden Museums wie des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth auch professionelle Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit, die ohnehin nicht nur bei einer Person angesiedelt sein kann“.

Auf eine aktuelle Nachfrage der Sonntagszeitung, ob es bereits Bewerber für die Stelle gäbe, antwortete Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in ihrer Funktion als Geschäftsführerin  der Richard-Wagner-Stiftung: „Die Ausschreibung der fraglichen Stelle für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Richard-Wagner-Museums wird derzeit im Personalreferat der Stadt vorbereitet. Aktuell gibt es noch offene Fragen zu klären. Sobald dies geschehen ist, wird ausgeschrieben. Wann die Stelle dann besetzt sein kann, wird letztlich vom Ausgang der Ausschreibung, den damit verbundenen Bewerbungsgesprächen und auch der Frage abhängen, wann ein geeigneter Bewerber zur Verfügung stehen kann“.

Zur Festspielzeit 2017 wird es deshalb im RWM keine/n Ansprechpartner/in für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit geben. Die vergangenen Veranstaltungen im RWM lockten nur wenige Besucher. Dass die Vakanz der Presseverantwort-lichen-Stelle, die ja erst seit dem 1. April 2017 bestehe, Grund für das geringe Interesse an den Veranstaltungen im RWM war, sei Spekulation, so die Oberbürgermeisterin.

In diesem Jahr wäre Wieland Wagner (1917-1966), der Enkel von Richard Wagner, nach dem Zweiten Weltkrieg Festspielleiter und einer der größten Reformer der Opernbühne im 20. Jahrhundert, 100 Jahre alt geworden. Aufgewachsen ist er in Wahnfried.  Für das Geburtstags-Jubiläum bereitet das RWM die Sonderausstellung „Es gibt nichts Ewiges“ vor, die ab dem diesjährigen Festspielpremierentag, 25. Juli, bis 19. November zu sehen sein wird.

Kultureller Konsum fängt heute nicht erst kurzfristig durch Plakataushänge sondern schon auf dem Computer an. Elektronische Angebote wie Facebook, YouTube und Blogs spielen eine immer wichtigere Rolle, auch bei der Auswahl kultureller Aktivitäten. Content in diese Kanäle einzuspeisen, fordert Manpower.   Wer nicht weiß, wo was stattfindet, kann auch nicht kommen.

gmu