Austausch von Wirtschaft und Uni

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BAYREUTH. Wenn sich Teams aus Studierenden und Unternehmensmitarbeitern um reale Herausforderungen von oberfränkischen Unternehmen kümmern und gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten, dann hat das mit dem Projekt „Bayreuther Hospitation“ der Universität Bayreuth (UBT) zu tun.

Ein reger Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist wichtig für die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Studierende, die erlerntes Wissen direkt in die Praxis umsetzen möchten, haben im Rahmen eines Projektes der Stababteilung für Entrepreneurship & Innovation der Uni Bayreuth die Möglichkeit, kreative Lösungsansätze einzubringen und bei deren Realisierung maßgeblich mitzuwirken.

Derzeit hospitieren Studententeams in drei Bayreuther Unternehmen: Einer Porzellanfabrik, einer Metzgerei und einer Schreinerei. Das Pilotprojekt mit einem oberfränkischen Anlagenbauer wurde bereits im Frühjahr erfolgreich abgeschlossen. „Das Projekt ist an der Uni ausgeschrieben und die Studierenden bewerben sich“, sagt Christoph Buck, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und der Stabsabteilung Entrepreneurship & Innovation, „Die Bewerbungsunterlagen und ein Motivationsschreiben geben Aufschluss über Interessen und Einsatzschwerpunkte. Danach wählen wir die Betriebe aus. Bisher wurden die Erwartungen auf beiden Seiten übererfüllt.“

Konkret arbeitet ein Studierendenteam an der Realisierung eines Online-Marketingplans für eine Metzgerei. Zu den Aufgaben gehört die Identifikation unterschiedlicher Zielgruppen, deren optimierte Ansprache und ein Controlling-Instrument, um geplante und durchgeführte Marketingmaßnahmen zu bewerten. „Die Zusammenarbeit basiert auf einem Höchstmaß an Offenheit“, so Christoph Buck, „dafür erhalten die Unternehmer oft neue Impulse für neue Lösungsalternativen“.

Ein weiteres Team sucht für eine Schreinerei eine umsetzbare und effiziente Lösung für die Wiederverwertung von Abfallholz. „Bei der Bayreuther Hospitation profitieren beide Seiten“, so Philipp Vogler von der Stabsabteilung für Entrepreneurship & Innovation. „Unsere erarbeiteten Vorschläge sind nicht allgemeiner Art, so dass diese in konkrete Handlungen münden“, sagt Philipp Vogler.

Bei der „Bayreuther Hospitation“ handelt es sich um eine Lehrveranstaltung, bei der die Studierenden eine strukturierte Herangehensweise und praktische Anwendung erfahren sollen. „Wir sind gerne Innovationsmotor“, ergänzt Christoph Buck, „gerade bei aktiver Mitwirkung der Unternehmenspartner erhalten diese eine veränderte Sichtweise auf Strukturen und Herausforderungen. Dadurch entstehen neue Impulse für das Unternehmen und eine hohe Lernkurve für die Studierenden.“

Und die Erfolge sind auch nicht von der Hand zu weisen: Dem Anlagebauunternehmen Richter R&W Steuerungstechnik GmbH in Ahorntal, wurde beispielsweise abgeraten, schon zum jetzigen Zeitpunkt komplett auf Elektromobilität umzurüsten.

Eine Weiterführung und Verstetigung des Pilotprojekts „Bayreuther Hospitation“ ist von der Universität Bayreuth vorgesehen. „Die Universitätsleitung unterstützt das Projekt mit einer halben Projektstelle“, so Christoph Buck. Die Uni-Mitarbeiter sind an einer engeren Zusammenarbeit mit der Wirtschaft interessiert. „Wir verstehen uns als wichtiger regionaler strategischer Partner und streben einen regen Austausch zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen der Universität, Forschungsinstituten, Studierenden und den Unternehmen an. Projekte wie die Bayreuther Hospitation bauen eventuell vorhandene Schwellenängste ab“, sagt Philipp Vogler.

gmu

Bild: Die Team-Abschlussbesprechung bei der Firma R&W Steuerungstechnik.                                                                
Foto: red